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MTV-Informationen & Berichte

OL: Birte Friedrichs überzeugt auch bei Studenten-WM

Kaum war die Junioren-Weltmeisterschaft der Orientierungsläufer im ungarischen Kecskemét beendet, kehrte Birte Friedrichs nicht wie die übrigen Teammitglieder in die Heimat zurück, sondern stieg in den Flieger nach Helsinki und dann weiter nach Vaasa an der finnischen Westküste, um dort zum deutschen Team für die Studenten-Weltmeisterschaften zu stoßen. Diese fanden in der vergangenen Woche im finnischen Olympiatrainingszentrum Kuortane mit rund 100 Studenten und 90 Studentinnen statt. In diesem Jahr gab es eine Neuerung, denn für die alle zwei Jahre ausgetragenen WUOC (World University Orienteering Championships) wurde eine Altersbegrenzung von 25 Jahren eingeführt.

Rund 1800 Kilometer weiter nördlich bedeuteten jedoch nicht niedrigere Temperaturen, im Gegenteil lagen sie sogar noch ein wenig höher bei über 30° Celsius. Wegen der langen Trockenheit waren die Bäche und Sümpfe trocken und nur an der unterschiedlichen Vegetation zu erkennen. Für die junge Seesenerin, die sich mit ihrem Titel bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Trikot der Uni Göttingen für diese Titelkämpfe qualifiziert hatte, galt es, innerhalb weniger Tage sich von teilweise dicht bewachsenen Sanddünen auf felsiges Terrain mit Steinplatten und moosigem Untergrund und teilweise diffusem Höhenbild umzustellen.

Im ersten Lauf über die Mitteldistanz wählte sie folglich einige längere, aber sicherere Wegrouten und lag damit goldrichtig. Gegen vor allem skandinavische Athletinnen aus der absoluten Weltspitze hatte sie über die 5,1 km lange Strecke zwar keine Chance, aber mit einem hervorragenden 25. Platz bestätigte sie die guten Ergebnisse aus Ungarn. Tags darauf stand die Sprintentscheidung in der nächsten größeren Stadt Seinäjoki auf dem Programm. Nach 3,5 km und nicht allzu anspruchsvoller Strecke blieb sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten als 39. erneut zweitbeste deutsche Athletin. Mit ihrer technischen Stärke und einem souveränen Lauf wartete sie am folgenden Tag auf der 9,7 km langen Langdistanz auf und lag kurz vor dem Ende noch in den Top 20, ehe ein um den vierzehnten Posten unsauber kartierter Waldabschnitt wie viele Aktive auch zu einer Suchaktion zwang und aus dem Rhythmus brachte. Da auch die Kräfte schwanden, rutschte sie noch auf den immer noch ausgezeichneten 27. Platz zurück.

Ein Wechselbad der Gefühle brachte die abschließende Staffelentscheidung. Nach einem guten Start von Leonore Winkler und einem erneuten Superlauf der besten deutschen OLerin Susen Lösch ging Birte Friedrichs überraschend als Dritte auf ihre Schlussstrecke und war mitten im Kampf um die Topplatzierungen. Obwohl sie erneut eine starke kämpferische und nahezu fehlerfreie Leistung zeigte, war sie in ihrem neunten WM-Rennen in 13 Tagen, um es in der Boxersprache auszudrücken, „stehend k.o.“. So musste sie die Topläuferinnen einiger Nationen vorbeiziehen lassen, rettete aber den dennoch beachtlichen 8. Platz. Ähnlich erging es der deutschen Studentenstaffel, in der der Schlussläufer ebenfalls eine gute Ausgangsposition nicht halten konnte und als Zwölfter einlief.
Detlev Friedrichs

Rechts am Posten Birte Friedrichs