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MTV-Informationen & Berichte

OL: Europameisterschaft ohne Fortune

Bjarne Friedrichs war zwar wieder für die Orientierungslauf-Europameisterschaften im Tessin nominiert worden, die Voraussetzungen für eine Wiederholung der starken Ergebnisse von vor zwei Jahren waren diesmal aber recht ungünstig. Ein dreimonatiger Studienaufenthalt im sommerlichen Australien, davon verletzungsbedingt fünf Wochen ohne Lauftraining und nur wenig Zeit zum Akklimatisieren eine gezielte Vorbereitung auf einen solchen Saisonhöhepunkt sieht anders aus. Auch wenn ein Testlauf in Norditalien wenige Tage vor der EM mit einem guten zweiten Platz gegen namhafte Konkurrenz ihm signalisierte, dass die läuferische Form stimmte, so zeigten die EM-Läufe doch, dass die technische Sicherheit noch nicht wieder vorhanden war.

Die Wettkämpfe wurden bei zunächst sonnigem, später wechselhaftem Wetter rund um den Luganer See im Grenzbereich zwischen der Schweiz und Italien ausgetragen, die Sprintwettbewerbe in kleinen Alpenstädtchen, die Walddisziplinen in teilweise sehr steilen und steinigen Hängen mit überwiegend dichtem Bewuchs in Seenähe. Die Folge waren etliche Verletzungen bei den insgesamt 370 Athleten aus 32 Nationen.

Ein Ausscheiden in den Vorläufen des Sprint-OLs in dem Städtchen Mendrisio kam für ihn nicht unerwartet, da ihm wie nahezu dem gesamten deutschen Team die Spritzigkeit fehlte. Ärgerlich hingegen waren Lospech (letzter Starter) und ein Zwei-Minuten-Fehler zu Beginn der Qualifikation über die Mitteldistanz, als er wie in der Folge noch einige Male zu hoch im Hang herauskam und Zeit verlor. Genau diese zwei Minuten fehlten ihm am Ende zum durchaus möglichen Finaleinzug, den aus dem deutschen Team immerhin Susen Lösch (im Finale starke 15.), Dorothea und Philipp Müller schafften.

In der Staffel wollte das erste deutsche Trio mit Moritz Döllgast, Bjarne Friedrichs und Christoph Prunsche in diesem Jahr ein besseres Abschneiden als bei den vergangenen EMs.  Aber auch der Staffelauftritt des Seeseners verlief, beginnend mit einer verstopften Nase, etwas unglücklich. Moritz Döllgast hatte als Startläufer gute Vorarbeit geleistet und übergab am Ende einer größeren Gruppe als 13.Nun galt es, den Anschluss an die Gruppe mit starken Läufern anderer Nationen zu halten, aber das dadurch zu hoch angeschlagene Tempo rächte sich mit Ungenauigkeiten im Postenraum, sodass der Kontakt verlorenging. Zu allem Überfluss verlor er bei einem Sturz über ein Drahtseil seinen Kompass, den er zwar nach kurzem Suchen wiederfand, aber das hatten weitere Läufer genutzt, um ihn zu passieren. Der Schlussläufer Christoph Prunsche konnte dann zwei Plätze wieder gut machen, sodass mit dem erreichten 16. Platz zumindest eine kleine Verbesserung gegenüber der letzten EM zu verzeichnen war.

Letztendlich zeigte sich der MTV-OLer froh, verletzungsfrei aus den EM-Tagen nach Hause reisen zu können und, wenn die technische Sicherheit wieder vorhanden ist, gut gerüstet für die Saison. Auch wenn es diesmal nicht für eine Finalteilnahme gereicht hat, war er mit den gezeigten Leistungen, das Pech herausgerechnet, durchaus noch einigermaßen zufrieden.    
Detlev Friedrichs           

Sprint

Die deutsche Herrenstaffel, in der Mitte Bjarne

Zielposten bei der Mitteldistanz