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MTV-Informationen & Berichte

OL: Guter Auftritt bei Junioren-WM

In der vergangenen Woche fanden im ungarischen Kecskemét die Junioren-Weltmeisterschaften im Orientierungslauf statt. 173 Junioren und 158 Juniorinnen aus 38 Nationen kämpften um die acht Titel, als erfolgreichste Nationen erwiesen sich die skandinavischen Länder Norwegen vor Schweden und Finnland. Die deutsche Mannschaft war mit 9 Athleten, darunter den beiden Seesenern Birte Friedrichs und Ole Hennseler, angereist, deren Großteil in drei Jahren zu einem echten Team herangereift und in diesem Jahr letztmalig startberechtigt war. Die deshalb für deutsche Verhältnisse hochgesteckten Erwartungen wurden durch den sensationellen Sieg von Colin Kolbe im Sprint noch weit übertroffen, aber auch weitere Topplatzierungen (wie der 12. Platz des Seeseners Ole Hennseler über die Langdistanz) bestätigten, dass diese durchaus berechtigt waren. Da es jedoch auch einige schwächere Ergebnisse zu verzeichnen gab, landete Deutschland in der Nationenwertung „nur“ wie im Vorjahr auf einem achtbaren 10. Platz.

Nach der Langdistanz (Ole Hennseler 12., Birte Friedrichs 37.) und der Sprintentscheidung, die die beiden MTV-OLer auf den Rängen 43 bzw. 53 zufriedenstellend beendeten, sowie einem Ruhetag stand die Qualifikation für das Mitteldistanz-Finale auf dem Programm. Hatten sich in den vorherigen Entscheidungen die deutschen Junioren in den Vordergrund geschoben, so schien die Euphorie im Team nach dem Sprintsieg die Juniorinnen mehr motiviert zu haben. Die Zwillinge Mareike (4.) und Isabell Seeger (17. - beide OLG Regensburg) sowie Birte Friedrichs als gute Achte beendeten die nicht sehr schwierigen Vorläufe souverän, während bei den Junioren Erik Döhler (TuS Karlsruhe-Rüppur) und Colin Kolbe (TuS Lübbecke) sich nur mit Mühe als 16. bzw. 17. ihrer Vorläufe qualifizierten und Ole Hennseler nach zwei größeren Fehlern als 21. sogar das A-Finale verpasste.

Für die Finalläufe erwartete die Athleten ein überaus kniffliges Terrain. Die Sanddünen waren fast durchgängig mit sehr dichtem Wacholdergebüsch bewachsen, zwischen denen es nur vereinzelt verwinkelte belaufbare Passagen gab. Präzises Kartenlesen und höchste Konzentration waren erforderlich, manche Topathleten blieben auf der Strecke. Im B-Finale belegte Ole Hennseler den 10. Platz, seine beiden Mitstreiter blieben im A-Finale ebenfalls nicht fehlerfrei und wurden 38. (Döhler) bzw. 55. (Kolbe). Nahezu perfekte Läufe gelangen den Seeger-Zwillingen, die sich folglich auf den hervorragenden Rängen 15 bzw. 25 im Finale der 60 Besten platzierten. Bei Birte Friedrichs schlichen sich einige kleinere Suchaktionen im dichten Grün ein, die eine noch bessere Platzierung als Rang 32 unmöglich machten. Trotzdem zeigte sie sich angesichts der Schwierigkeit der zu bewältigenden Strecke, bei der auch Glück eine Rolle spielte, zufrieden. Bei den Damen feierten die Ungarn einen Heimerfolg, bei den Herren gab es einen schwedischen Dreifacherfolg.

Zum Abschluss standen am heißesten Tag der WM-Woche die Staffelentscheidungen an. Das Laufgebiet war an diesem Tag wesentlich offener und wies weniger dorniges Gestrüpp auf, dafür war bei höherer Laufgeschwindigkeit Feinorientierung bei den Gabelposten erforderlich. Die deutsche Juniorinnenstaffel lag nach fehlerfreien Läufen von Mareike und Isabell Seeger, denen nur etwas Tempo fehlte, gut im Mittelfeld und noch mit Anschluss an die erweiterte Spitzengruppe. Trotz zweier Schlenker, die aber folgenlos blieben, bot Birte als Schlussläuferin eine vor allem auch läuferisch starke Leistung, machte noch einige Plätze gut und brachte das deutsche Trio auf einem guten neunten Platz ins Ziel. Die Junioren hatten mit einer Platzierung unter den besten sechs Teams geliebäugelt und anfangs sahes auch gut aus, bis Startläufer Erik Döhler gegen Ende einige Fehler unterliefen, die ihn bei einem schon größeren Rückstand auf Rang 21zurückwarfen. Im Bemühen, die Lücke nach vorn etwas zu schließen, unterliefen Ole Hennseler gleich ebenfalls Fehler, sodass er trotz guter läuferischer Leistung nur wenige Plätze wettmachen konnte. Mit einem fulminanten Lauf machte sich Colin Kolbe auf die Verfolgungsjagd, sammelte Team um Team ein und brachte das deutsche Trio wenigstens ebenfalls noch auf einen guten neunten Rang. Die Siege gingen nach Russland bei den Juniorinnen und Norwegen bei den Junioren.

Bundestrainer Thomas Meier zeigte sich schließlich, auch wenn sich nicht alle Erwartungen erfüllten, dennoch mit der Gesamtleistung des Teams, die von dem grandiosen Sprintsieg natürlich überstrahlt wird, und der Leistung der beiden Seesener zufrieden und hofft, möglichst alle Athleten und viel von der positiven Grundstimmung in den Erwachsenenbereich mitnehmen zu können. Allerdings war auch zu erkennen, dass die Nachrücker im deutschen Team noch nicht das hohe Niveau besitzen und in den nächsten Jahren mit Rückschritten zu rechnen ist.                 Detlev Friedrichs

Ole und Birte

Birte Friedrichs

Ole Hennseler