Beachtliche Ergebnisse bei OL-Weltmeisterschaften

MTV - News

Beachtliche Ergebnisse bei OL-Weltmeisterschaften

SEESEN.  Durchaus erhobenen Hauptes kehrte das deutsche Team von den Orientierungslauf-Weltmeisterschaften im tschechischen Doksy zurück. Nicht nur die überwiegend beachtlichen Einzelergebnisse und ein herausragendes Staffelergebnis sorgten für gute Stimmung, sondern auch die  - noch nicht amtlich bestätigte – Zuversicht, sich mit diesen Platzierungen für die World Games (Weltspiele der nicht-olympischen Sportarten), die 2022 in den USA stattfinden sollen, einen Startplatz ergattert zu haben. Zu diesem schönen Erfolg trugen auch die beiden Teilnehmer des MTV Seesen, Birte Friedrichs und Ole Hennseler, maßgeblich bei.

Seit 2019 werden die OL-Weltmeisterschaften getrennt in Sprint- und Walddisziplinen ausgetragen. Da die Sprint-WM im vergangenen Jahr Corona-bedingt ausfallen musste, wurden die Läufe in diesem Jahr in Tschechien vor den Wald-OLs nachgeholt. So kämpften in und um Doksy innerhalb einer Woche rund 300 Athleten aus 40 Nationen um die drei Staffel- und sechs Einzeltitel. Erfolgreichste Nation war Schweden mit allen drei Staffelsiegen und vier Einzeltiteln, von denen alle drei Erfolge bei den Damen auf das Konto der überragenden Tove Alexandersson gingen.

Den Auftakt bildeten die Sprintläufe in Terezin (Theresienstadt), bei denen fünf der sechs deutschen Teilnehmer den Sprung ins Finale schafften. Aus diesem guten Mannschaftsergebnis ragte dann der 21. Platz des ehemaligen Sprint-Juniorenweltmeisters Colin Kolbe heraus. Tags darauf erzielten die Deutschen mit Rang fünfzehn in der Sprintstaffel ein eher durchwachsenes Ergebnis. Nach einem Ruhetag griffen über die Mitteldistanz auch die beiden Seesener, die sich auf die Walddisziplinen fokussiert hatten, erstmals ins Wettkampfgeschehen ein. Diese Läufe fanden im Isergebirge in einem mit kleinen und großen Granitsteinen übersäten und teilweise mit dichtem Unterbewuchs versehenen Waldgebiet statt.

In seinem Vorlauf musste Ole Hennseler seine Hoffnungen auf eine Finalteilnahme eigentlich schon am dritten Posten begraben, als er einen Stein zu ungenau anlief und alle umliegenden Steine absuchen durfte. Die verlorene Zeit ließ sich nicht wieder aufholen, am Ende fehlten ganze drei Sekunden zum Finaleinzug, den aus jedem Vorlauf jeweils die besten 15 Athleten schafften. Anders verlief das Rennen für Birte Friedrichs, die konzentriert startete und nahezu fehlerfrei durchkam und sich somit als Zehnte ihres Vorlaufes souverän für das Finale qualifizierte, ebenso wie ihre beiden Teamkameradinnen. Bereits „geschafft“ von diesem Lauf bei sommerlichen Temperaturen, galt es schon sechs Stunden später zu einem noch längeren Finallauf (4,5 km Luftlinie) bei noch mehr Höhenmetern (290) und in noch steinigerem Terrain anzutreten. Erneut gelang der jungen MTVerin ein technisch fast perfekter Lauf, allein es fehlte in den Anstiegen etwas an Kraft. Am Ende schaffte sie mit Rang 34 ihr bis dato bestes WM-Ergebnis. Auch die übrigen deutschen Finalteilnehmer Susen Lösch (20.), Patricia Nieke (38.) und Bojan Blumenstein (31.) waren mit ihren Platzierungen zufrieden.

Die Staffelläufe wurden wie auch die Langdistanz in den Sandsteinparadiesen Mittelböhmens unweit von Doksy entfernt ausgetragen. Die Damenstaffel (ohne Birte Friedrichs) bestätigte mit Rang zwölf ihr letztes WM-Ergebnis. Die Herren hatten sich 2019 in Norwegen mit Rang zehn schon gut in Szene gesetzt und wollten dieses Ergebnis in gleicher Besetzung möglichst bestätigen. Startläufer Felix Späth übergab in einer zweiten Spitzengruppe an achter Position liegend an Ole Hennseler, der sich mit etlichen namhaften OLern anderer Nationen auseinandersetzen musste. Und er machte seine Sache trotz Gewitters, Dauerregens und eines sehr schmerzhaften Sturzes in einem Felsenkamin ganz ausgezeichnet und konnte den tollen achten Platz halten. Gleiches gelang auch dem Schlussläufer Bojan Blumenstein im bereits recht finsteren Wald und Felsenlabyrinth und so durfte sich das deutsche Trio als Achte über die beste WM-Platzierung einer deutschen Herrenstaffel freuen.

Zum Glück blieb bei der Langdistanz am Schlusstag der befürchtete weitere Regen aus. Birte Friedrichs hatte auf ihrer selektiven Strecke 9,5 km Luftlinie bei 690 Höhenmetern zu bewältigen. Bis auf einen kleinen Fehler in einem Felsenlabyrinth (Kommentar:„Einmal eine falsche Felsenklamm hinunter und eine falsche wieder hinauf“) gelang ihr erneut ein ausgezeichneter Lauf mit meistens richtigen Routenwahlentscheidungen und mit Platz 36 unter den 60 Starterinnen eine leichte Verbesserung ihres Ergebnisses von 2019.

Drucken