Bronzemedaille knapp verpasst

Nach einer langen krankheits- und verletzungsbedingten Trainingspause konnte Wolfgang Rühlemann (MTV Seesen) pünktlich zum Altersklassenwechsel in die H65 im Spätherbst wieder in das Training einsteigen. In einem Trainingslager an der Algarve im Dezember/Januar und einem daran anschließenden privaten Aufenthalt bei einem Lauffreund verschaffte er sich bei optimalen Bedingungen und bestem Laufwetter die Grundlagen und die Motivation für die neue Saison. 

So kam es, dass er mit diesem Freund Mitte Februar nach Sevilla umsiedelte, um nach vierjähriger Pause erstmals wieder einen Marathonlauf zu bestreiten. Die Strecke führte durch schöne Parks und an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Im Feld der knapp 8000 Teilnehmenden ging er das Rennen eher verhalten an und teilte sich seine Kräfte gut ein. Ab dem 28. Kilometer gelang es ihm, etliche Läufer noch zu überholen und mit 3:10:26 Stunden schon wieder eine beachtliche Zeit zu erzielen. Damit war er sehr zufrieden und fasste den Entschluss, sich auch für den Hannover-Marathon Anfang April, zugleich Deutsche Meisterschaft, anzumelden.

Wieder in der Heimat konnte er sich bei dem tollen Märzwetter mit Tempoeinheiten und langen Läufen bestens vorbereiten. Folglich ging er die DM übermotiviert und zu schnell an – und das bei eisigen Temperaturen. Die Folge war, dass er im zweiten Teil des Rennens allmählich langsamer wurde und auf dem letzten Kilometer nicht mehr kontern konnte, als er von einem Mitstreiter aus seiner Altersklasse passiert wurde. Dass er als 310. des Laufes in 3:11:56 Stunden um genau eineinhalb Minuten langsamer war als in Sevilla, ließ sich ein wenig mit den widrigen Bedingungen erklären. Ärgerlicher war, dass er durch den taktischen Fehler in der Klassenwertung der M65 als Vierter um fünf Sekunden an der Bronzemedaille vorbeischrammte. Das wird ihm beim nächsten Lauf sicherlich nicht wieder passieren – bleibt zu hoffen,  dass er gesundheitsmäßig weiter gut trainieren kann.

Detlef Friedrichs


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