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Bjarne Friedrichs überzeugt bei OL-Weltmeisterschaften

| OL

In der ersten Augustwoche fanden in Schottland im Gebiet um die Stadt Inverness, unweit des berühmten Loch Ness, die Weltmeisterschaften im Orientierungslauf statt. Zum fünften Mal in Folge gehörte auch der Seesener Bjarne Friedrichs zum deutschen WM-Team, das sich mit Höhen und Tiefen im Rahmen seiner Möglichkeiten recht beachtlich hielt und im Nationenranking nur einen Platz einbüßte. Auch Bjarne Friedrichs konnte mit seinen Leistungen durchaus zufrieden sein.

Die WM begann mit den Sprintentscheidungen bei den Männern und Frauen, die noch im herkömmlichen Stil mit Vor- und Endlauf ausgetragen wurden. Leider konnte sich nach Verletzungsausfall kein deutscher Teilnehmer für die Finalläufe qualifizieren.  Auch bei der im Vorjahr ins WM-Programm aufgenommenen  Sprintstaffel, bestritten von je zwei Männern und Frauen, konnte das deutsche Team nur bedingt überzeugen und beendete das Rennen auf Rang 23, einen Platz schlechter als im Vorjahr.

Nach einem Ruhetag folgten dann die Walddisziplinen, beginnend mit dem Lauf über die Mitteldistanz. Aus deutscher Sicht überzeugten Susen Lösch als 34. bei den Frauen und Christoph Brandt bei den Herren. Der zweite deutsche Läufer hingegen enttäuschte und der Bundestrainer muss sich fragen lassen, warum er ihm gegenüber Bjarne Friedrichs bzw. dem Kasseler Bojan Blumenstein, die in der Ausscheidung dominiert hatten, den Vorzug gegeben hatte.

Im gleichen Waldgebiet wurden tags darauf die Staffeltitel vergeben. Die Damen hielten sich wacker und bestätigten ihren 15. Platz des Vorjahres. Das Herrenrennen entwickelte sich in dem teilweise sehr schnellen, teilweise aber auch durch herumliegendes Unterholz und tiefes Geläuf sehr kraftraubenden Terrain zu einer überaus spannenden Angelegenheit mit vielen Positionswechseln, zumal die Nationen viel enger zusammenrückten. Für die deutsche Staffel übergab Christoph Brandt als 18., Bojan Blumenstein verlor einen Rang, hatte aber immer noch Kontakt zu einer Gruppe, die um den 15. Platz kämpfte. Pech hatte nun Bjarne Friedrichs, der bei seinem ersten Einsatz bei dieser WM in der Verfolgung der Tram vor ihm zunächst einen kleinen Fehler machte und dann noch die um 200 Meter längere Gabel erwischte und damit den Anschluss verlor. Schließlich passierte er das Ziel als Zwanzigster, schlechter als im Vorjahr im Trentino, aber mit weniger als zehn Minuten Rückstand auf die Silbermedaille so dicht an der Spitze wie seit ewigen Zeiten nicht mehr.

Nach einem weiteren Ruhetag endete die OL-WM mit den Läufen über die Langdistanz. Durch Lospech musste Bjarne Friedrichs schon sehr frühzeitig auf die 15,5 km lange Strecke, die 660 Höhenmeter aufwies und durch Feuchtgebiete und Sümpfe, verschieden intensiv und hoch überwachsene Offenlandbereiche und nur wenig wirklich gut belaufbare Waldabschnitte führte, aber nicht so kräftezehrend wie befürchtet war. Nach zwei kleineren Fehlern zu Beginn kam er gut ins Rennen, traf die richtigen Routenwahlentscheidungen und konnte im Ziel zu Recht durchaus zufrieden sein. Letztendlich wurde er als 40. notiert und bestätigte damit seine besten Platzierungen aus den vergangenen Jahren, bei denen er ebenfalls Plätze um Rang 40 bis 42 aufzuweisen hatte. Während Christoph Brandt als zweiter deutscher Starter verletzt aufgeben musste, konnte Susen Lösch mit Rang 37 bei den Damen ihre gute Form noch einmal unter Beweis stellen.

Während die überragenden dänischen Damen und die Schweizer Herren die Läufe dominierten, ging es für das deutsche WM-Team in diesem Jahr in Schottland um das Ziel, die Zugehörigkeit zur Division zwei nicht nur zu erhalten, sondern auch zu stabilisieren. Dies bedeutet, dass man zwar nicht wie die großen OL-Nationen mit ihren Profis in den Einzelläufen jeweils drei Starter, aber immerhin doch zwei Starter stellen darf. Dieses wurde zwar geschafft, bei der nächsten WM im kommenden Jahr in Schweden ist aber eine bessere mannschaftliche Geschlossenheit notwendig.

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