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OL: Bjarne Friedrichs überzeugt bei Europameisterschaften in Portugal

Im Gegensatz zu den jährlich ausgetragenen Weltmeisterschaften finden die Europameisterschaften im Orientierungslauf alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr hatte Portugal in der Vorosterwoche die Ausrichtung übernommen, aus finanziellen Erwägungen heraus aber auf technisch anspruchsvolle Wälder in der Bergregion oder im Dünenstreifen verzichtet und stattdessen orientierungstechnisch sehr einfache Terrains südlich von Lissabon angeboten. Zudem war die Veranstaltung leider von zahlreichen Unzulänglichkeiten geprägt. Glücklicherweise ließ sich das kleine deutsche Team, das neben den beiden Routiniers Sören Lösch (USV Jena) und Bjarne Friedrichs noch einen Herren und drei Damen umfasste, die gerade den Nachwuchsbereich verlassen hatten, davon nicht beeinträchtigen, sondern schaffte im Gegenteil das beste Ergebnis seit vielen Jahren.

Hatte es vor zwei Jahren nur zu einem einzigen Finalplatz des deutschen Teams gereicht, so standen diesmal gleich sechs Finalplatzierungen zu Buche. Sich in den Vorläufen für ein A-Finale zu qualifizieren, ist für deutsche Läufer und Läuferinnen, zählen sie im internationalen Geschäft doch eher zu den kleineren Nationen, schon ein hohes Ziel. Dazu muss man wissen, dass bei einer EM pro Nation sechs Athleten auf einer Strecke an den Start gehen können und aus den drei Vorläufen nur die 17 besten Aktiven das A-Finale bestreiten. Es ist also erheblich schwerer, bei einer EM dieses Ziel zu erreichen als bei einer WM.

Nachdem im Sprintfinale Sabine Rothaug und Susen Lösch mit den Rängen 43 und 45 die ersten Finalergebnisse vorgelegt hatten, folgte das Finale über die Mitteldistanz mit einem Kuriosum: Nach einer Protestwelle über einen falschen Posten im Vorlauf und den weiteren Umgang damit hatte sich die Jury entschlossen, alle Aktiven im A-Finale starten zu lassen. Davon profitierte auch Bjarne Friedrichs, der in seinem Vorlauf mit Rang 20 den Endlauf eigentlich um 38 Sekunden verpasst hatte. Im Finale hatte er wegen einer frühen Startzeit aber das Pech, im hohen Gras des Korkeichenwaldes quasi die Schneisen für die folgenden Läufer treten zu dürfen, so dass er trotz einer guten Zeit für die flache 7,9 km-Strecke als 80. unter den 120 Läufern etwas unter Wert platziert war. Etwas besser erging es Sören Lösch, der auf Platz 56 einkam, sowie Susen Lösch (52.) und Sabine Rothaug (63.).

In den Langdistanzvorläufen hatten sich die einzigen beiden deutschen Starter als 8. bzw. 14. ihres Vorlaufes erfolgreich durch den mit Brombeerdickichten versehenen Wald gekämpft. Im A-Finale, dessen Bahnen durch eine Panne bereits abends veröffentlicht waren und dann in einer Nachtaktion umgelegt werden mussten, waren in dem superschnellen Korkeichenwald 20,3 km bei gerade einmal 480 Höhenmetern zu bewältigen, was überwiegend sogar auf der Luftlinie gelang. Die beiden Deutschen schlugen sich, obwohl sie beide mehr Techniker als Läufer sind, sehr beachtlich und erhielten für ihre starken Leistungen – Sören Lösch belegte Platz 36, Bjarne Friedrichs knapp dahinter Platz 39 – sogar noch Punkte für die Weltcupwertung. Zugleich bedeutete dies für Bjarne seine beste internationale Platzierung, seit er im Erwachsenenbereich startet.

Die abschließende Staffel verlief aus deutscher Sicht einmal mehr unbefriedigend. Nachdem der Startläufer Sören Lösch nach den zwei schweren Rennen den Anschluss an die Gruppe mit den meisten Nationen verloren hatte, konnte Bjarne Friedrichs mit einer starken Energieleistung und der 15.besten Einzelzeit auf seiner Strecke zwar einige Plätze aufholen, jedoch war der Schlussläufer Felix Späth nicht in der Lage, die Position zu halten. So blieben in der Nationenwertung nur ein 21. Rang und die Erkenntnis, dass zum Erreichen der Top-Nationen noch mehr Tempohärte erforderlich ist. Obwohl die Damen als 17. ebenfalls im hinteren Feld einkamen, zogen die deutschen Sportler dennoch zu Recht ein positives Fazit dieser europäischen Titelkämpfe.
Detlev Friedrichs

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