Zum Inhalt springen

OL: Bjarne Friedrichs überzeugt bei Weltmeisterschaften

Parallel zu der entscheidenden Woche bei der Fußball-WM fanden in Norditalien im Trentino die Weltmeisterschaften im Orientierungslauf statt. Zum vierten Mal in Folge gehörte auch der Seesener Bjarne Friedrichs zum deutschen WM-Team, das sich im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr beachtlich hielt und im Nationenranking sogar leicht verbesserte. Auch Bjarne Friedrichs konnte mit seinen Leistungen durchaus zufrieden sein.

Die WM begann mit den Sprintentscheidungen bei den Männern und Frauen, die noch im herkömmlichen Stil mit Vor- und Endlauf ausgetragen wurden. Leider konnte sich nur Susen Lösch für die Finalläufe qualifizieren, die aber mit Platz 31 zu überzeugen wusste. Diese Finalläufe fanden in Venedig statt, ein sportliches Highlight, denn bei den vielen Kanälen, Brücken und engen Gassen immer den Überblick zu behalten, erfordert ein hohes Maß an Kartenverständnis. Neu ins WM-Programm aufgenommen wurde eine Sprintstaffel, bestritten von je zwei Männern und Frauen, die Deutschland auf Rang 22 beendete.

Nach einem Ruhetag folgten dann die Walddisziplinen, die im Trentino auf einer Höhe zwischen 1200 und 1700m bei den Ortschaften Asiago und Lavarone durchgeführt wurden. Entsprechend war das teilweise aus offenen Mischwäldern bestehende, verkarstete Terrain sehr steil und steinig und, da immer wieder Regenschauer herniedergingen, auch sehr rutschig. Die Langdistanz mit einer Laufstrecke von 16,4 km Luftlinie bei bemerkenswerten 820 Höhenmetern forderte den Läufern alles ab. Bjarne Friedrichs hatte bei seinem Einstieg in die WM das Pech, dass es während seines Laufes ergiebig regnete, sodass er trotz nahezu fehlerfreien Laufes mit einem 47. Platz leicht unter Wert das Rennen beendete. Sein Teamkamerad Sören Lösch hatte bei späterer Startzeit etwas mehr Glück und wurde guter 30.

Richtig gut lief es für diesen über die Mitteldistanz, die er nach 6 km bei 290 Höhenmetern auf einem für deutsche Möglichkeiten hervorragenden 24. Platz beendete. Auch für Bjarne Friedrichs passte nach einer anfänglichen Unsicherheit im Postenraum alles zusammen und so sprang ein 42. Platz dabei  heraus, der genau den ansprechenden Platzierungen der letzten Jahre entsprach.

Ihrem starken Eindruck der Einzelläufe setzten die beiden in der Staffel noch die Krone auf. Nachdem der Startläufer Bojan Blumenstein nach gutem Beginn schließlich nicht nur aus der Spitzengruppe, sondern auch aus der Verfolgergruppe herausgefallen und nur an 26. Stelle zum Wechsel gelangt war, startete Bjarne Friedrichs eine einzigartige Aufholjagd, machte Platz um Platz gut und wechselte schließlich an 17. Stelle auf Sören Lösch. Mit ähnlich fulminantem Lauf brachte dieser die deutsche Staffel noch auf den 16. Platz, nur um Sekunden von den davorliegenden Teams getrennt, an die er noch herangelaufen war. So gut war das deutsche Herrenteam schon seit Jahren nicht mehr.

Da auch die Damenstaffel mit ihrem 15. Platz ihr Soll erfüllte, schaffte das deutsche WM-Team in diesem Jahr in Italien sein Ziel, die Zugehörigkeit zur Division zwei nicht nur zu erhalten, sondern auch zu stabilisieren. Dies bedeutet, dass man zwar nicht wie die großen OL-Nationen mit ihren Profis in den Einzelläufen jeweils drei Starter, aber immerhin doch zwei Starter stellen darf.

Zurück
bjarne1.jpg
bjarne2.jpg