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OL: Erfolgreiche Europameisterschaft

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Sehr zufrieden kann Bjarne Friedrichs auf seine Teilnahme bei den Orientierungslauf- Europameisterschaften in Tschechien zurückblicken. Mit der Qualifikation für das A-Finale sowohl auf der Lang- als auch auf der Mitteldistanz erfüllte er nicht nur das selbstgesteckte Ziel, sondern lieferte mit dem 39. Platz im Finale der Mitteldistanz auch eines seiner besten Ergebnisse der letzten Jahre ab und war der erfolgreichste deutsche Teilnehmer.

Die Tschechen sind bekannt für gute Karten in steilen und felsenreichen Waldgebieten mit interessanten Routenwahlaufgaben. Nichts Anderes erlebten die Teilnehmer der alle zwei Jahre ausgetragenen Europameisterschaften im Altvatergebirge um Jesenik, rund zweihundert Kilometer östlich von Prag nahe der Grenze zu Polen gelegen. Rund 350 Athleten kämpften innerhalb von acht Tagen um die Titel in Staffel und Sprintstaffel sowie die Einzeldisziplinen im Sprint-, Mittel- und Lang-OL. Mit vier Siegen erfolgreichste Nation war nicht ganz unerwartet die Schweiz.

Für Bjarne Friedrichs stand vor der Abreise nach Tschechien am Freitagabend noch ein 5000m-Lauf in Karlsruhe an, in dem er mit neuer persönlicher Bestzeit von 15:50 Minuten die formalen Kriterien im Hinblick auf die im August in Schweden stattfindenden Weltmeisterschaften erfüllte. Da bei Europameisterschaften pro Nation bis zu sechs Aktive starten dürfen, aus drei Vorläufen aber nur die jeweils besten 17 Teilnehmer das A-Finale erreichen, musste er dann in seinem Vorlauf am Montag über 10,3 km Luftlinie bei 470 Höhenmetern schon Alles geben, um im Finale dabei zu sein. Mit einem Rückstand von knapp sieben Minuten reichte es tatsächlich zu einem schönen 13. Platz in seiner Gruppe. Nach diesen zwei kraftraubenden Läufen war tags darauf im A-Finale, in dem er als einziger Deutscher vertreten war und das über 16,1 km bei 650 Höhenmetern führte, schlichtweg die Luft raus. Läufer um Läufer musste er nach gutem Beginn passieren lassen, ohne deren Tempo folgen zu können. So blieb am Ende ein 48. Platz zu verbuchen, der nicht ganz seinen Erwartungen entsprach.

Nach einem Ruhetag zeigte er sich in der Qualifikation über die Mitteldistanz gut erholt und belegte in einem sehr stark besetzten Vorlauf mit einer technisch und kämpferisch ausgezeichneten Leistung erneut den 13. Platz in seiner Gruppe, während einige klangvolle Namen hier bereits die Segel streichen mussten. Auch hier war Bjarne Friedrichs neben der Dresdenerin Patricia Nieke der einzige deutsche A-Finalteilnehmer. Diesmal gelang ihm auch im Finale, bei dem 5,7 km bei 210 Höhenmetern mit vielen Passagen zwischen Felsen und entlang der recht steilen Hänge mit teilweise dicht bewachsenen Abschnitten absolviert werden mussten, ein richtig starker Lauf. Platz 39, seine bislang höchste erreichte Zahl an Weltranglistenpunkte und zwei Weltcuppunkte waren der verdiente Lohn.

Am Schlusstag standen dann noch die Staffelentscheidungen bei Herren und Damen an. Noch einmal galt es rund sechs Kilometer in ähnlich steilem Terrain mit direktem Gegnerkontakt zu bewältigen. Bjarne Friedrichs durfte als Startläufer ran und lieferte erneut eine überzeugende Leistung ab, denn mit nur zwei Minuten Rückstand auf die Spitze kam er zum Wechsel. Die beiden folgenden Läufer Philipp Müller und Moritz Döllgast konnten den Anschluss nach vorn nicht halten, so dass das deutsche Männerteam noch auf den 18. Platz von 25 Teams mit siebzehn Minuten Rückstand durchgereicht wurde. - Nach dem Abschluss der Masterarbeit stehen dann im Sommer für den Seesener noch mit den Studenten-Weltmeisterschaften im ungarischen Miscolc und der WM in Strömstad (Schweden) zwei weitere Großereignisse auf dem Programm, für die die derzeitige Laufform einiges erhoffen lässt.
Detlev Friedrichs

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Bjarne abgekämpft glücklich im Ziel
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Bjarne im Gelände