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OL: Junioren-WM - Wertvolle Erfahrungen gesammelt

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Nur zwei Wochen nach ihrem nicht ganz zufriedenstellenden Auftritt bei den

Jugendeuropameisterschaften hatte Lina Buchberger bereits ihren nächsten internationalen Einsatz.

Da nach dem starken Jahrgang 1998 um Birte Friedrichs, der jetzt in die Erwachsenenklasse

aufgerückt ist, mehrere leistungsschwächere Jahrgänge folgen und für die Junioren-

Weltmeisterschaften in Dänemark nur zwei wettbewerbstaugliche Athletinnen zur Verfügung

standen, wurde Lina als derzeit konstanteste Jugendliche als dritte Läuferin für die Staffel

nominiert.

Dass bei den Juniorinnen die Trauben noch um einiges höher hängen würden als bei den

Jugendlichen, war allen Beteiligten klar, und so lastete auch kein großer Druck auf ihr, sondern es

galt, im Hinblick auf die kommenden Jahre, in denen sie auch noch bei einer JWM startberechtigt

ist, Erfahrungen zu sammeln. Darum durfte sie auch beim Sprint und über die Mitteldistanz an den

Start gehen. Insgesamt nahmen rund 350 Sportler aus 41 Nationen teil.

Den Auftakt bildete die Sprintentscheidung, die in einem feingegliederten und dabei recht

unübersichtlich wirkenden Wohngebiet von Aarhus ausgetragen wurde. Die Schwierigkeit bestand

darin, bei den vielen Richtungswechseln immer voll konzentriert zu sein und ein möglichst hohes

Lauftempo beizubehalten. Dies gelang Lina nur bedingt, denn es schlichen sich zwei zeitkostende

Fehler ein; zudem musste sie erkennen, dass das Tempo der bis zu vier Jahre älteren Juniorinnen

schon ein wesentlich höheres ist. Letztendlich stand ein 127. Platz unter den 157 gestarteten

Läuferinnen zu Buche.

Die Walddisziplinen wurden im hügeligen oder sogar bergigen Terrain um Silkeborg durchgeführt.

Auch der Lauf über die Mitteldistanz gelang den deutschen Startern überwiegend nicht fehlerfrei,

Lina wurde in ihrem Vorlauf 37. von 53 Gestarteten. Das B-Finale ging sie etwas behutsamer an,

dafür schaffte sie einen technisch sauberen Lauf. In der abschließenden Staffel war die junge

Seesenerin als Schlussläuferin eingesetzt, hatte aber die undankbare Situation, dass sie, schon mit

geringem Abstand zu einer Tram, gegen die besten Läuferinnen vieler Nationen bestehen sollte. So

verlor sie noch ein paar Plätze und brachte das deutsche Trio als 18. von 31 Teams ins Ziel.

Mit ihren gezeigten Leistungen brauchte Lina Buchberger nicht zu hadern, Vorrang haben die

gesammelten Erfahrungen. Und zumindest im technischen Bereich wird sie sicherlich an Stabilität

hinzugewinnen, denn das kommende Schuljahr wird sie in Finnland in der Nähe von Turku

verbringen. Und an ihrer künftigen Schule trifft sie auf einige der besten finnischen

Nachwuchsläufer. Einen guten Einstand verschaffte sie sich schon einmal, denn bei der

Jugendtiomila in Schweden, einer Vereinsstaffel mit den besten skandinavischen Teams, brachte sie

auf ihrer Teilstrecke ihren neuen finnischen Verein Paimion Rasti, der am Ende einen sehr guten 15.

Platz belegte, um zwölf Ränge nach vorn.
Detlev Friedrichs

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