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OL: Solide Leistungen bei Jugend-EM

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Rund 400 Jugendliche aus 35 Nationen trafen sich in diesem Jahr zur Jugend-Europameisterschaft der Orientierungsläufer in Bulgarien. Austragungsort war die Stadt Veliko Tarnovo, gelegen an den steilen Nordhängen des Balkangebirges und im Mittelalter eine Zeit lang Hauptstadt des bulgarischen Reiches. Zum 14köpfigen deutschen Aufgebot gehörten auch die beiden MTV-OLerinnen Meike Hennseler und Lina Buchberger, die mit soliden Leistungen aufwarteten, ihre höher gesteckten Ziele aber verfehlten.

Den Auftakt bildete die Sprintentscheidung in der Stadt Veliko Tarnovo, bei der es gleich nach dem Start in einem knackigen Anstieg hinauf zur alten Festungsanlage Tsaravets ging und zudem der richtige Überblick über die vielen Mauern und Treppen behalten werden musste. Leider war die Karte, auch wegen der Hanglage, sehr detailreich und dadurch im Laufen schwer zu lesen bzw. die Karte auf das Gelände zu übertragen, sodass es schwierig war, ohne anzuhalten die richtige Routenwahlentscheidung zu treffen.  Folglich übersah Meike Hennseler in der D-18 einen auf ihrer Route liegenden Posten und kam nicht in die Wertung. Auch Lina Buchberger hatte ihre Probleme mit der Karte und konnte nicht an ihre gute Vorjahresplatzierung, als sie 31. wurde, anknüpfen und musste sich mit Rang 45 unter den 99 Starterinnen ihrer Altersklasse D-16 zufrieden geben.

Das Terrain für die Langdistanz war ebenfalls sehr steil, mit vielen Taleinschnitten versehen und dicht bewaldet und obendrein wegen des Dauerregens noch schlammig und rutschig, was vor allem die später Startenden stark beeinträchtigte. Meike Hennseler fühlte sich dadurch verunsichert und kam nicht richtig auf Tempo, blieb so aber ohne größere Fehler und beendete das Rennen nach 5,1 km Luftlinie bei stolzen 365 Höhenmetern als beste Deutsche auf einem ordentlichen 42. Platz. Eigentlich läuferisch gut unterwegs war Lina Buchberger, bis sie ein folgenschwerer Parallelfehler viel Zeit und etliche Plätze kostete. So blieb ihr am Ende nur ein 57. Platz, womit sie aber wie vortags immer noch zweitbeste deutsche Starterin war.

Für die abschließenden Staffelwettbewerbe schenkten die Bundestrainer beiden MTV-Mädchen das Vertrauen, als Startläuferin für eine gute Ausgangsposition zu sorgen. Dieses gestaltete sich in dem teils sehr steilen, teils flachen und dort vor allem überwiegend dichten Waldgebiet sehr schwierig, weil von den führenden Nationen ein höheres Tempo als kalkuliert angeschlagen und Gruppenbildung schnell unterbunden wurde. Beide liefen in ihren Altersklassen ein solides Rennen, ohne allerdings Kontakt zur Spitze halten zu können. In beiden Teams hatten jedoch die zweiten Läuferinnen einen schlechten Tag erwischt und verbauten damit alle Chancen auf ein gutes Endergebnis. So platzierten sich die D-16-Mädchen schließlich als Elfte, die D-18-Staffel wurde 16.

Für den einzigen Lichtblick im deutschen Team sorgte der achtzehnjährige Regensburger Riccardo Casanova mit einem tollen fünften Platz beim Sprint. In der Nationenwertung konnte sich das deutsche Team um einen Platz auf Rang 16 verbessern, eine Leistung, mit der sich die Bundestrainer angesichts vieler Neulinge im Team und des derzeitigen Leistungsstandes des deutschen OL-Nachwuchses als realistisch zufrieden gaben.
Detlev Friedrichs                             

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