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Orientierungslauf-Großereignis in Seesen

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Nur eine Woche nach dem Sehusafest steht der Stadt Seesen ein weiteres Großereignis bevor: Am 10. und 11. September werden rund 650 Orientierungsläufer aus allen Teilen der Republik in die Harzrandstadt reisen, um um die Titel eines Deutschen Meisters im Sprint-Orientierungslauf zu kämpfen. Neben den Deutschen Meisterschaften im Sprint-OL stehen noch eine Mixed-Sprintstaffel und ein Bundesranglistenlauf über die Langdistanz mit eingelagerten Mitteldistanzläufen auf dem Programm, in denen nachträglich ebenfalls noch die Deutschen Meister ermittelt werden.

In Vorbereitung auf dieses Großereignis sollen in den kommenden Wochen einige Vorberichte erscheinen, die den Lesern helfen sollen, diese Sportart besser zu verstehen und die Leistungen der Athleten richtig einzuordnen.

 

Was ist Orientierungslauf (OL)?

Wie der Name schon sagt, beinhaltet diese Sportart die beiden Komponenten Orientieren und Laufen. Dabei hat man die Aufgabe, mittels einer eigens angefertigten Orientierungslaufkarte im Maßstab zwischen 1:4000 und 1:15000 die darin eingezeichnete Strecke in der richtigen Reihenfolge der Kontrollposten, die mit einem rot-weißen Schirm markiert sind, abzulaufen. Als Hilfsmittel dienen die Postenbeschreibung und ein Kompass. Das Aufsuchen der Posten muss quittiert und im Ziel nachgewiesen werden – dazu dienten früher Lochzangen, heutzutage am Finger getragene Chips, die an einer am Posten befindlichen elektronischen Station ausgelöst werden. Die besondere Leistung der Läufer besteht darin, die entsprechend ihrer Fähigkeiten  bestmögliche Route aus der Karte zu erkennen und im Gelände zu finden.

Entwickelt wurde diese Natursportart in Skandinavien, um in den recht wegelosen Wäldern zurechtzukommen, und dann vor allem von Skiläufern als Sommertraining benutzt. Entsprechend war der OL in seinen Anfängen in Westdeutschland, die in den sechziger Jahren liegen, beim Deutschen Skiverband angesiedelt. Seit 1971 starten die OLer als Untergliederung im Deutschen Turner-Bund als Dachverband. Während in Deutschland in rund 250 Vereinen nur ungefähr 5000 Orientierungsläufer organisiert sind, gilt der OL in Skandinavien durchaus als Volkssportart, mit der jedes Kind auch in der Schule konfrontiert wird. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Deutschland international nur zweitklassig ist. Neben dem Fuss-OL gibt es den Orientierungssport auch auf Skiern und dem Mountainbike sowie als Trail-OL für behinderte Menschen. Leider hat der OL es noch nicht geschafft, eine olympische Disziplin zu werden, was das Schattendasein in vielen Ländern weiter fördert.

Um Punkte und Titel wird bei Bundes- und Landesranglistenläufen sowie bei Deutschen und Landesmeisterschaften gelaufen. Dabei gibt es neben den Teamwettbewerben in Staffel und Mannschaft vier verschiedene Wettkampfformate mit Streckenangeboten für die Altersklassen von 10 bis 80 Jahren:

      Der Sprint-OL findet überwiegend in Siedlungs- und Parkgebieten statt und hat Siegerzeiten von ca. 10 bis 15 Minuten.

      Der Mitteldistanz-OL ist technisch anspruchsvoll bei Siegerzeiten zwischen 25 und 35 Minuten.

      Der Langdistanz-OL zielt mehr auf die läuferische Komponente mit Routenwahlentscheidungen und hat je nach Altersklasse Siegerzeiten zwischen 45 und 90 Minuten.

      Die Ultralangdistanz hat ungefähr die eineinhalbfache Streckenlänge der Langdistanz und wird nur zum Saisonbeginn nach dem Wintertraining gelaufen.

Das Orientieren geschieht im Anfängerbereich entlang von Wegen oder Waldrändern, im fortgeschrittenen Stadium dann entlang anderer Leitlinien wie Gewässern oder unterschiedlichen Beständen oder anhand des Höhenbildes. Dafür werden in OL-Karten dann auch Objekte oder Geländeformationen aufgenommen, die in einer normalen topographischen Karte nicht zu finden sind. An den beiden Kartenausschnitten lassen sich die Unterschiede zwischen einer Sprint- und einer Waldkarte erkennen. Wer findet heraus, was die Kartenausschnitte zeigen?

Eindrücke vom Laufen in der Stadt (Sprint bzw. Sprintstaffel) sowie im Laufgebiet für den Sonntag am Harzrand zwischen Seesen und Münchehof vermitteln zwei kurze Trailer, die die OLer des MTV Seesen gedreht haben (http://mtv-seesen.de/de/ol/trailer/).
Detlev Friedrichs

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