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Orientierungslauf: Vier DM-Medaillen für die MTVer

| OL

Eine Herkulesaufgabe hatten sich die Organisatoren des MTK Bad Harzburg für das Wochenende vorgenommen: Deutsches Park-Tour-Finale, Deutsche Meisterschaften im Lang-OL und Deutschland-Cup-Staffel und darin verpackt der Junioren-Europa-Cup (JEC) standen auf dem Programm. Entsprechend war die Teilnehmerzahl mit rund 1200 Athleten überaus erfreulich, aber ebenfalls eine echte Herausforderung. Mit zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen und weiteren prächtigen Ergebnissen machten die Orientierungsläufer des MTV Seesen ein weiteres Mal auf sich aufmerksam.

Wie bei den Titelkämpfen vor vier Jahren präsentierte sich der Harz im strahlenden Sonnenschein, nur waren es diesmal rund zehn Grad Celsius weniger. Die empfindliche Kühle, verstärkt durch eisigen Ostwind, war das einzige Manko dieser gelungenen Großveranstaltung, die der MTK Bad Harzburg mit seiner ganzen in den letzten Jahren erworbenen Routine und Flexibilität perfekt über die Bühne brachte.

Den Auftakt des Wochenendes bildete am Freitag der Sprint-OL durch Bad Harzburg mit Ziel im Kurpark, der zugleich die Serie von Sprintveranstaltungen, die zur Deutschen Park-Tour zählten, abschloss. Die beteiligten MTV-OLer platzierten sich allesamt im Mittelfeld, besonders herausragende Leistungen gab es nicht.

Der riesige Huneberg-Steinbruch mit Superblick auf den zum Greifen nahen Brocken bot, wie schon bei den Senioren-Weltmeisterschaften 2012, eine prächtige Kulisse für die Deutschen Meisterschaften im Lang-OL. Das Wettkampfterrain wies neben schnell belaufbaren Fichtenwaldabschnitten viele knifflige Felspartien wie z.B. die Kästeklippen, teilweise auch in steilen Hängen, auf, in die der Bahnleger überaus fordernde Bahnen gelegt hatte. So musste die Herren-Elite 16,0 km bei 680 Höhenmetern zurücklegen. Die beste Physis hatte an diesem Tag Sören Lösch (USV Jena), der damit seinen Titelgewinn über die Mitteldistanz bestätigen konnte und vor dem Fast-Lokalmatadoren Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) gewann, dem nach dem Weltcupfinale in Arosa doch die letzten Körner fehlten.

Die zweite Silbermedaille, mit der nicht unbedingt vorher zu rechnen war, steuerte Meike Hennseler in der D-16 trotz Erkältung bei. Nach spannendem Zweikampf mit ihrer härtesten Konkurrentin musste sie sich knapp geschlagen geben, der Abstand zu den weiteren Läuferinnen betrug aber über zehn Minuten. Mit ebenfalls sehr guten Läufen sorgten Birte Friedrichs in der D-18 und Ole Hennseler in der H-18 für die beiden Bronzemedaillen. Ihre Läufe fanden im Rahmen des Junioren-Europa-Cups statt, über den noch gesondert berichtet wird.

Sehr beachtlich schlugen sich die noch jüngeren Nachwuchsläufer des MTV. So überzeugten Lina Buchberger in der D-14 als Siebte und Aaron Wandelt in der H-14 als 15. nach 4,4 bzw. 5,0 km. Viel Freude bereiteten auch die H-12er, allen voran Theo Hennseler mit seinem zweiten Rang. Allerdings blieb er ohne Medaille, da diese Kategorie noch keinen Meisterschaftsstatus besitzt. Aber auch die Ränge acht und neun von Till Buchberger, dem jüngsten Teilnehmer im Klassement, und Julius Wandelt unter den 26 Startern können sich sehen lassen.

Von den Erwachsenen konnten am ehesten Martin Hennseler als Zweiter in einer Rahmenkategorie und Ulrike Friedrichs als Achte in der D55 zufrieden sein. Christian Buchberger haderte in der H50 mit einem Posten, der ihn viel Zeit und damit etliche Plätze in dieser mit über 50 Startern stärksten Kategorie kostete.

Für die Deutschland-Cup-Staffel des MTV lief es am Sonntag nicht so glücklich, musste doch zunächst einmal der Ausfall von Meike Hennseler verkraftet werden. Allerdings machte der eingesprungene elfjährige Julius Wandelt seine Sache sehr gut und lief seine nicht ganz leichte Teilstrecke schneller als manch renommierter Läufer wie z.B. der H75-Vizeweltmeister Helmut Conrad aus Dresden. Zu allem Überfluss hatte sich der Startläufer Gottfried Labuhn auch noch einen Fehlstempel geleistet, als er seinen Chip zu kurz in die Station gesteckt hatte. Damit war der MTV aus der Wertung gefallen.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass das neue Wettkampfformat der Schüler-Cup-Staffel ein echter Gewinn für die Veranstaltung ist. Die Premiere entschied auf der letzten Schleife noch der H-14-Meister Martin Scheuermann für SSV Planeta Radebeul vor dem jungen Team des MTV Seesen und SV Robotron Dresden. Auf eine vordere Platzierung unter den 26 gestarteten Teams hatten die Betreuer schon gehofft, dass aber Lina Buchberger, Aaron Wandelt, Till Buchberger (mit Teilstreckenbestzeit!) und Theo Hennseler so toll immer in der Spitzengruppe mitlaufen und zwischenzeitlich sogar in Führung liegen würden, hatte niemand erwartet. Zudem kann das Team im nächsten Jahr noch einmal in gleicher Formation antreten.
Detlev Friedrichs

 

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Schüler-Cup Siegerehrung