Bjarne Friedrichs Sechster bei Trail-O-EM

Saisonhöhepunkt für die Orientierungsläufer, die Trail-O betreiben, war in diesem Jahr die Europameisterschaft im polnischen Stettin. In den hügeligen, aber detailarmen Buchenhochwäldern in den Endmoränengebieten südlich der Stadt galt es minimalste Geländeformationen korrekt zu interpretieren, teilweise auf Entfernungen bis 400m. Von Vorteil war es, wenn man sich in die Art der Kartierung des Kartenaufnehmers hineinzudenken vermochte. Eine Vielzahl von Einsprüchen, die in der Regel zu Ungunsten der Athleten entschieden wurden, verdeutlicht die Gratwanderung bei der Ausrichtung der Veranstaltung. Das deutsche Team mit den beiden MTV-OLern Nina Döllgast und Bjarne Friedrichs blieb zwar ohne Medaillen, holte aber zwei Diplomränge und überzeugte überwiegend.

Bjarne_NinaAls erster Wettbewerb stand die Entscheidung im TempO, dem Geschwindigkeitsorientieren, auf dem Programm, für die ein halboffenes ehemaliges militärisches Terrain die Kulisse bildete. In den Vorkämpfen konnten sich der Junior Paul Michel sowie die beiden Routiniers Ralph Körner (OLV Landshut) und Bjarne Friedrichs für die Finalwettkämpfe qualifizieren, Nina Döllgast scheiterte mit zu vielen Fehlern. Im Finale wurden insgesamt mehr Fehler gemacht, die Deutschen machten aber für Topplatzierungen den einen oder anderen Fehler zu viel. Dennoch waren sie mit den Rängen 13 (Michel), 14 (Körner) und 22 (Friedrichs) durchaus zufrieden, lagen diese Plätze doch im Rahmen des Erwartbaren.

Das Präzisionsorientieren (PreO) wurde in zwei Etappen in oben beschriebenem Gelände entschieden. Für die beste deutsche Platzierung sorgte die Juniorin Sabrina Schöps, die nach einem tollen zweiten Rang nach der ersten Etappe in der Endabrechnung mit Rang vier für eine Überraschung sorgte. Bjarne Friedrichs war in der offenen Klasse (Hauptkategorie der Herren und Damen mit knapp hundert Teilnehmern) mit Rang acht bzw. vierzehn an beiden Tagen bester Deutscher und in der Gesamtwertung, die noch viele Verschiebungen brachte, schaffte er als Sechster ebenfalls noch einen „Diplomrang“. Damit verfehlte der Vizeweltmeister von 2024 zwar seinen fünften Platz von der letzten EM in Finnland knapp, bestätigte aber ein weiteres Mal seine Zugehörigkeit zu absoluten Weltspitze in dieser Disziplin. Nina Döllgast verbesserte sich am zweiten Tag noch auf einen guten 28. Platz.

Etwas enttäuschend aus deutscher Sicht verliefen die Staffelwettbewerbe, hatte man doch mit zwei Diplomrängen spekuliert. Die Junioren mussten sich mit dem achten Platz begnügen, in der offenen Klasse reichte es für Ralph Körner und die beiden Seesener immerhin zum siebten Platz. Von Beginn an lief man dem selbstgesteckten Ziel hinterher, haderte aber auch mit mehreren Juryentscheidungen. Dem Weltmeisterteam von 2023 fehlten am Ende 77 Sekunden zur Bronzemedaille.

Bei einem Vorbereitungswettkampf auf die EM zwei Tage zuvor in vergleichbarem Terrain hatte Bjarne Friedrichs sowohl im PreO als auch in der Gesamtwertung mit dem TempO-Wettbewerb einen ausgezeichneten dritten Platz belegt

Bjarne_Nina

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