Über Pfingsten standen im Nordharz gleich drei Deutsche Meisterschaften in den drei Sprint-OL-Disziplinen auf dem Programm. Rund 650 Teilnehmende stritten in den Orten Bad Harzburg, Osterwieck und Hornburg bei schönstem Sonnenwetter um die Titel. Die MTV-OLer präsentierten sich zwar in guter Form und die beiden Aushängeschilder Ole Hennseler und Birte Friedrichs standen je zweimal mit auf dem Podest, allerdings reichte es nicht für eine Medaille oder die Titelverteidigung in der Sprintstaffel.
Zum Auftakt ging es am Samstag im Bad Harzburger Ortsteil Bündheim in den Vorläufen um die Qualifikation für die Entscheidung im Sprint und im KO-Sprint. Nach einer künstlichen Sperre kurz nach dem Start, die manch einem, der noch nicht richtig im Rennen angekommen war, einen Schreck einjagte, folgten dann jedoch fast nur noch laufbetonte Streckenabschnitte ohne großen technischen Anspruch bis zum Ziel im Harzburger Vollblutgestüt. Eine gute Vorstellung lieferten die Seesener Damen und Herren, denn mit Birte Friedrichs, Katharina Linke und Lena-Maria Klose sowie Ole und Theo Hennseler und Jan Klose schafften jeweils drei den Sprung in das A-Finale. Pech hatte Till Buchberger, der dieses nur durch ein Auslosungsmissgeschick der Organisatoren genau um einen Platz verfehlte, obwohl er sogar noch schneller war als zwei seiner Vereinskameraden. Als einziger weiterer MTVer erreichte Vincent Kaiser in der H-12 ebenfalls das A-Finale.
Dieses fand am Sonntagvormittag in der Altstadt von Osterwieck statt, die an sich schon recht verwinkelt ist. Einige künstliche Sperren und eine kurzfristige Baustelle machten die Bahnen zusätzlich anspruchsvoller. Auffällig in den Elitekategorien war, dass sich die jüngeren Athleten, die überwiegend auch Sprintspezialisten sind, gegenüber den Arrivierten durchsetzen konnten. Zu diesen zählen auch die beiden Seesener Ole Hennseler als Fünfter und Birte Friedrichs als Sechste, die sich zudem in diesem Jahr auf die Walddisziplinen fokussieren, in denen sie sich international deutlich größere Chancen ausrechnen. Insofern waren beide mit ihren Plätzen neben den Medaillenrängen zufrieden. Gleiches gilt für Katharina Linke (9.) und Lena-Maria Klose (18.) sowie Theo Hennseler (15.) und Jan Klose (17.) im jeweiligen 27er-A-Finale. Carolin Bernsdorf wurde im B-Finale 15., während Till Buchberger in diesem nicht richtig ins Rennen fand, unkonzentriert war und so einen Fehlstempel produzierte.
Auch Vincent Kaiser blieb in seinem A-Finale der H-12 nicht fehlerfrei und wurde 13., während Jameson Sachs als Dritter des B-Finales sogar eine schnellere Zeit erzielte. Ein gutes B-Finale liefen auch Hanna Stark als Dritte und Zoe Schwertner als Achte der D-14. Rut Stark gewann sogar das B-Finale der D-18 mit deutlicher Bestzeit, Maik Schweizer erreichte in der H-18 den fünften Platz. In der D35 platzierten sich Julia Stark und Anke Schwertner auf den Rängen sieben und vierzehn.
Am Nachmittag wurde wieder ins Bad Harzburger Gestüt neben dem Bündheimer Schloss umgesiedelt zu den erstmals ausgetragenen Titelkämpfen im KO-Sprint, für die sich die besten 18 Damen und Herren sowie die besten 12 männlichen und weiblichen Jugendlichen qualifiziert hatten. Jeweils sechs Athleten starteten dann gleichzeitig in einem Lauf. Zur großartigen Stimmung trug die zeitliche Planung bei, denn die Halbfinalläufe wurden unmittelbar vor der Siegerehrung durchgeführt und die vier Finalläufe in die Siegerehrung eingebettet. Für die nur jeweils rund 1,5 km langen Strecken eignete sich das Terrain des derzeit leerstehenden Gestüts, in dem sogar Stallungen für Durchlaufpassagen geöffnet waren und im Finale ein Labyrinth auf dem Reitplatz aufgebaut war, und der Parkbereich um das Schloss hervorragend. Eine geschickte Bahnlegung mit mehreren Mini-Routenwahlentscheidungen führte immer wieder zu Führungswechseln und sorgte somit für Spannung, die die vielen anwesenden Sportler hautnah im Gelände oder mittels einer Liveübertragung auf einer großen Leinwand miterleben konnten.
Auch aus Seesener Sicht verlief dieser KO-Sprint, bei dem auch einige MTVer als Helfer eingesetzt waren, durchaus erfolgreich. Durch geschickte Routenwahlen qualifizierten sich sowohl Ole Hennseler als auch Birte Friedrichs nicht unbedingt erwartet als Halbfinalsieger für das Finale, nur Katharina Linke scheiterte als gute Vierte ihres Heats. Birte Friedrichs kam in dem schnellen Rennen nicht wie im Halbfinale dazu, spätere Routen vorzuplanen, und musste sich den schnelleren jungen Damen geschlagen geben, freute sich aber dennoch über den fünften Platz. Einen Zieleinlauf quasi im Sekundentakt gab es an der Spitze bei den Herren, im Fight um die Bronzemedaille war für Ole Hennseler leider der Zieleinlauf zu kurz. Es blieb ein starker vierter Platz.
Der Pfingstmontag war den Titelkämpfen in der Sprintstaffel vorbehalten, für die der Tross nach Hornburg umsiedelte. In dem kleinen, aber hübschen Fachwerkstädtchen war alles etwas kuschelig, aber bei anhaltendem Traumwetter herrschte wiederum gute Stimmung. Leider war die Bahnlegung für den Seesener Geschmack nicht anspruchsvoll genug, wenngleich die teilweise engen Gassen und geöffneten Hinterhöfe vollste Konzentration erforderten.
Bei der Viererstaffel der Damen und Herren ging der MTV gleich mit drei Teams an den Start, wobei das erste Team als Vorjahressieger zu den Mitfavoriten zählte. Katharina Linke lief eine gute Startstrecke und wechselte als Fünfte auf Ole Hennseler, der sein Team auf Platz vier führte, aber nicht so souverän wie gewohnt lief. Auch Jan Klose und Birte Friedrichs blieben nicht fehlerfrei und so sprang am Ende diesmal „nur“ der siebte Platz heraus. Ein spannendes Duell lieferten sich lange Zeit das zweite und dritte Team, ehe sich MTV II mit Carolin Bernsdorf, Till Buchberger, Fabian Ulbrich und Lena-Maria Klose als gute 17. doch noch vom MTV III mit Rut Stark, Theo Hennseler, Maik Schweizer und Julia Stark (25.) absetzen konnte.
Die vier Nachwuchsathleten des MTV mussten aufgrund des Zuschnitts der Kategorien in der D/H-16 starten. Als jüngstes Team hatten Hanna Stark, Vincent Kaiser, Jameson Sachs und Zoe Schwertner erwartungsgemäß gegen die ältere Konkurrenz keine Chance, machte ihre Sache aber allesamt gut und belegten am Ende den 11. Platz unter den 17 gestarteten Teams.