Eine feste Größe im norddeutschen OL-Kalender ist seit nunmehr zehn Jahren der sogenannte Hamburg-OL, der aus einem Doppelsprint in der Hansestadt und einem Lauf über die Mitteldistanz im Bereich der Harburger Berge besteht und in Kooperation vom OSC Hamburg und dem SC Klecken ausgerichtet wird. Wegen der attraktiven Laufgelände hat diese Veranstaltung stets einen guten Zuspruch vor allem auch aus Schleswig-Holstein und Dänemark, während aus Südniedersachsen nur relativ wenige Teilnehmer sich auf die verhältnismäßig weite Reise begeben. So war auch der MTV Seesen nur mit einer kleinen Gruppe am Start, die allerdings gute Platzierungen erzielte.

Der Doppelsprint fand im Stadtteil Winterhude statt und brachte den niedersächsischen Teilnehmern in doppelter Hinsicht Punkte, für die Landesrangliste und die Deutsche Park-Tour-Wertung. Die erste Etappe führte durch die Jarrestadt, eine denkmalgeschützte Klinkerbau-Siedlung aus den 1920er Jahren mit Wohnblöcken, Innenhöfen und kleinen Parks, und war sehr flott zu laufen. Für die zweite Etappe ging es in einen benachbarten ehemaligen Industriekomplex sowie ein Areal von Bürogebäuden am Osterbekkanal, wobei der Bahnleger durch das Laufen auf zwei Ebenen und zusätzliche künstliche Sperren den technischen Anspruch deutlich erhöht hatte.
Ole Hennseler dominierte in beiden Läufen der H19L und sorgte für den einzigen Seesener Sieg. Jeweils gute zweite Plätze erreichten Hanna und Rut Stark in der D-14 bzw. D-18, Julia Stark belegte in der D19K den dritten Rang. In der D19L fiel Hanna Czerlinski nach gutem ersten Lauf (3.) durch eine Disqualifikation auf der zweiten Etappe aus der Wertung, Anke Schwertner wurde 14. in der stark besetzten D35. Eine besondere Energieleistung bewies Maik Schweizer, der beide Etappen trotz Fußverletzung abwanderte, damit zwar Letzter wurde, als einziger Niedersachse aber die vollen hundert Punkte für die Landesrangliste kassierte. Die beiden Youngster taten sich vor allem im zweiten Lauf schwer und so fielen Jameson Sachs noch auf den fünften und Vincent Kaiser gar auf den achten Platz zurück. Nach den Läufen besichtigte die MTV-Gruppe noch den alten Elbtunnel sowie die Landungsbrücken.
Im Süden Hamburgs bei Seevetal-Ramelsloh folgte am Sonntag die Landesmeisterschaft über die Mitteldistanz. In dem eiszeitlich geformten Gelände mit vielen Mulden und Tälern und teilweise hohem Unterbewuchs musste man sauber orientieren, Ungenauigkeiten ließen schnell Medaillenträume platzen. Leider waren die Teilnehmerfelder für die LM-Wertung teilweise sehr klein bzw. Kategorien entfielen.
Bei den Herren sicherte sich erwartungsgemäß Ole Hennseler deutlich den Titel, während von den zahlreichen MTV-Damen mal niemand am Start war (Birte Friedrichs und Lina Buchberger weilten zur Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Litauen). So musste Julia Stark als Zweite und beste Niedersächsin in der D19K die MTV-Farben vertreten. Rut Stark gewann wie schon eine Woche zuvor im Heber hinter ihrer Dauerkonkurrentin die Silbermedaille in der D-18, ihre Schwester Hanna musste sich in der D-14 nach Kniebeschwerden mit der Bronzemedaille begnügen. Anke Schwertner belegte in der D-35 den sechsten Platz. Einen weiteren Seesener Sieg steuerte Vincent Kaiser bei, der in der H-12 nach einem hervorragenden Lauf mit über drei Minuten Vorsprung siegreich blieb. Jameson Sachs kam nicht so gut zurecht und wurde Siebter.
