Seesener Schützen erfolgreich bei der 3D EM in Ungarn

vom 30.06.-06.07.2026 fand im ungarischen Szilvasvarad die EBHC (European Bowhunter Championship) der IFFA Verbände (International Archery Association) statt. Mit dabei waren vom MTV Seesen Sophia Brusentsova (14), Malte Rüdemann (18) und ihre beiden Bogentrainer Brigitte und Stephen Curtis. Alle schießen in der Disziplin olympisch Recurve, also mit Visier und Stabilisatoren. 
 
Beim 3D Schießen bewegt man sich mit seinem Bogen durch unwegsames Gelände und schießt auf 3D Ziele mit unbekannten Entfernungen. Niemals aber wird auf lebende Tiere geschossen. Insgesamt werden von jedem Schützen 4 Parcours absolviert, auf denen man jeweils bis zu 8 Stunden unterwegs ist, dafür muss man hart trainieren. 
 
In Ungarn herrschten in der Wettbewerbswoche Temperaturen von bis zu 42 Grad, da kam so mancher Schütze an seine Grenzen. Nichts durfte im Auto gelassen werden, da sonst Materialschäden auftreten. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen brachen bei etlichen Teilnehmern die Wurfarme oder andere Bogenteile, aber die meisten hatten Ersatzbögen mit. Unsere MTV Starter waren gut vorbereitet und kamen ohne Probleme durch den Parcours. 
 
Die Sportler werden bei der Planung der Parcours in Altersklassen eingeteilt, so dass die Kinder diesmal auf anderen Parcours liefen und man sich oft nur abends kurz gesehen hat. Das war für die jungen Schützen schon eine besondere Herausforderung, ohne die Trainer in der Nähe, die bei Problemen dann auch nicht eingreifen konnten. "Gut dass wir das vorher ausgiebig trainiert haben", so Brigitte Curtis; "bei den vorherigen Meisterschaften auf nationaler Ebene sind die Kinder bereits immer eine Gruppe hinter uns gelaufen, so dass sie auf alles vorbereitet waren und auch wussten, was sie selbst alles tragen können. Bei solchen Temperaturen muss man schon 3 Liter Wasser und Verpflegung mitschleppen, das ist auf steilem Gelände schwer".
 
Der Wettbewerb verlangte den Schützen einiges ab. Stephen Curtis, der amtierender Weltmeister aus der WBHC 2025 in Südafrika ist, hatte die stärkste Konkurrenz und verpasste diesmal die Medaillenplätze trotz guter Leistung. Malte Rüdemann, der einen scharfen Wettbewerb mit seinem ungarischen und lettischen Konkurrenten erlebte, gewann die Bronzemedaille. Sophia Brusentsova war zwar diesmal allein in ihrer Klasse, konnte aber mit einer hervorragenden Leistung überzeugen und  nimmt die Goldmedaille mit Stolz nach Hause. Brigitte Curtis kämpfte bis zur letzten Station mit ihrer Mitschützin um Gold und Silber und konnte letztendlich den Europameistertitel aus Österreich mit 25 Punkten Vorsprung verteidigen. Eine besondere Freude war es ihr, dass sie in der Doppelhunterrunde am ersten Tag einen Weltrekord schoss. "Als ich aus dem Parcours kam, sah ich dass ich mehr Punkte hatte als die meisten Männer, das passiert nicht so oft", berichtete Brigitte Curtis. "Das lief wohl ganz gut, dachte ich mir, aber als sie bei der Siegerehrung verkündigten, dass ich den Weltrekord gleich um knapp 20 Punkte übertroffen hatte, war ich schon überrascht und sehr stolz". 
 
Nun bereiten sich die Schützen auf die 3D DM in Eichenzell /Hessen vor. Die nächste Herausforderung wartet schon auf das erfolgreiche Quartett.