Bereits recht früh im Jahr trafen sich rund 750 Orientierungsläufer in Kassel zu den ersten nationalen Titelkämpfen, die auf der Mitteldistanz ausgetragen wurden. Dabei konnten die MTV-OLer erneut deutliche Akzente setzen, denn neben einer Bronzemedaille von Birte Friedrichs errang Ole Hennseler nach zwei Titeln über die Langdistanz in den Jahren 2023 und 2024 erstmals auch den Sieg über die halbe Distanz. Damit setzen die Seesener eine eindrucksvolle Serie fort und können mit Ausnahme des Jahres 2013 seit 2004 in jedem Jahr mindestens einen DM-Titel vorweisen.
Zum Aufgalopp wurde im Kasseler Stadtteil Marbachshöhe ein Sprint-OL angeboten, der für die Deutsche Park-Tour-Wertung zählt. Obwohl vor allem die Favoriten für den DM-Lauf nicht bis zum Letzten kämpften, gelang Birte Friedrichs im durchaus anspruchsvollen Lauf zwischen Wohnblöcken und Firmenansiedlungen der dritte DPT-Sieg des Jahres in Folge, wenngleich dieser mit neun Sekunden Vorsprung auf ihre Nationalkaderkollegin Ellen Klüser (USV TU Dresden) recht knapp ausfiel. Einen tollen Einstand in seine neue Altersklasse H55 erwischte Martin Hennseler, der sich nur dem ehemaligen Seniorenweltmeister Michael Finkenstädt geschlagen geben musste. In der D/H-12 belegten Vincent Kaiser und Jameson Sachs die Ränge vier und fünf, Zoe Schwertner wurde 12. in der D-14.
Die Titelkämpfe über die Mitteldistanz wurden im stadtnahen Habichtswald unweit des Weltkulturerbes Bergpark Wilhelmshöhe in teils offenem, teils durch Naturverjüngung auch dichtem Buchenwald ausgetragen. Technische Schwierigkeiten boten mehrere Felsbänder entlang des steilen Bergrückens, zudem erforderten Steinfelder gute Koordination und Aufmerksamkeit. Die Strecken der Elitekategorien wiesen zudem stattliche Höhenmeter auf. Außerdem waren die beiden Hauptkategorien auch als Weltranglistenläufe ausgeschrieben, allerdings war außer dem belgischen Top-Sprint-OLer Yannick Michiels keine nennenswerte ausländische Konkurrenz am Start.
Da die beiden derzeitigen Seesener OL-Aushängeschilder in diesem Jahr sich nur auf die Walddisziplinen fokussieren wollen und in den vergangenen Wochen bereits gute Form bewiesen hatten, zählten sie zu den Medaillenanwärtern. Bei den Herren ging Ole Hennseler sehr konzentriert seine Strecke, die bei 5,2 km Länge 255 Höhenmeter aufwies, an und bereits bei der Zwischenzeit am zweiten Posten in Führung, die er auch nicht mehr abgab. Mit knapp einer Minute Vorsprung siegte er vor dem Belgier und Marek Pompe (SV Robotron Dresden), der Vorjahressieger Toby Scott (OLV Steinberg) hatte als Bronzemedaillengewinner bereits dreieinhalb Minuten Rückstand. Sehr erfreulich in dem Feld von 60 Teilnehmern hielten sich auch Jan Klose und Theo Hennseler auf den Rängen 20 und 24.
Die Damen mussten 4 km bei 205 Höhenmeter zurücklegen. Birte Friedrichs spürte vorab „schwere Beine“ und war im Ziel überrascht, dass es doch noch zu einer weiteren Bronzemedaille gereicht hatte. Wie gewohnt nahezu fehlerfrei musste sie nur Ellen Klüser und der „Altmeisterin“ Susen Lösch (USV Jena) den Vortritt lassen. Mit solidem Lauf belegte Lena-Marie Klose den 30. Platz. Martin Hennseler begnügte sich an diesem Tag mit einem Start in der H21A und belegte gegen die jüngere Konkurrenz den zehnten Rang, Julia Stark wurde 14. auf der kurzen schweren Direktbahn.
Erfreuliches gibt es vom MTV-Nachwuchs zu berichten. Für die beste Platzierung sorgte Franziska Reese, die die Strecke der D-10 erstmals ohne Begleitung zurücklegte und sich über einen guten fünften Platz freute. Noch höher ist der hervorragende sechste Platz von Vincent Kaiser in der H-12 einzustufen, der mit einem starken Lauf den Abstand zu den Medaillengewinnern gering hielt. Jameson Sachs erreichte in dieser Altersklasse den 15. Rang, aber Mattes Gernhöfer und Lennox Sydekum bei ihren ersten Starts auf Bundesebene hielten sich dicht dahinter. Auch Hanna Stark und Zoe Schwertner überzeugten mit guten Läufen und den Rängen 10 bzw. 18 in der D-14 und Rut Stark als 11. in der D-18, während Maik Schweizer (H-18) nicht ins Rennen fand und aufgab.
Am Sonntag folgte dann noch ein Bundesranglistenlauf im Sprint-OL, der in Baunatal ausgetragen wurde. Mit engen Gassen im Anfangsteil, interessanten Routenwahlen, künstlichen Sperren und zwei künstlichen Labyrinthen hatte der Nationalkaderläufer und Lokalmatador Bojan Blumenstein den Teilnehmenden knifflige Aufgaben gestellt, ehe es zum Ziel ins Baunataler Parkstadion ging. In der Herren-Elite wurde der Belgier Yannick Michiels seiner Favoritenrolle mit klarem Vorsprung gerecht, Ole Hennseler und Jan Klose kamen auf die Ränge 7 und 31. Ganz eng ging es in der Spitze bei den Damen zu. Ellen Klüser siegte zwar erneut, aber nur 19 Sekunden dahinter folgte Birte Friedrichs, allerdings reichte diese Zeit „nur“ zum fünften Platz. Mit guter Leistung erreichte Lena-Marie Klose Rang 24.
Erneut einen tollen sechsten Platz erzielte Vincent Kaiser in der H-12 und auch Jameson Sachs überzeugte mit dem zehnten Platz. Zoe Schwertner belegte in der D-14 den 24. Platz, Mutter Anke in der D35 den 28. Platz. - Bereits in zwei Wochen zu Pfingsten geht es auf Bundesebene weiter. Dann richtet der MTK Bad Harzburg in den Städten Osterwieck, Hornburg und Bad Harzburg die Deutschen Meisterschaften im Sprint-OL, im KO-Sprint (erstmals) und in der Sprintstaffel (mit dem MTV Seesen als Titelverteidiger) aus.